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Schläge und Alien-Kabarett

Schräg und wunderbar: im Café Kairo sorgen die große Béatrice Graf und Attic Ted für ein wildes Osterfest

Jeder Mensch sollte Béatrice Graf mindestens dreimal im Leben spielen hören.

Es wäre nicht vermessen, sie als Grande Dame des Schlagzeugs zu bezeichnen, aber irgendwie ist sie dafür viel zu punkig: Béatrice Graf gehört hierzulande zweifelsfrei zu den wichtigsten Schlagzeuger*innen. Wenn die Genfer Musikerin an ihrem Kinderdrumset sitzt, wirken ihre Sticks wie eine selbstverständliche Erweiterung ihres Körpers. Stets locker, aber von unglaublicher Energie durchdrungen, spielt sie ihre selbst kreierten Sets, performt, singt und schreit kritische Texte und erweitert das Ganze mit einsaitigen Gitarren und anderen selbstgebauten Instrumenten. Jeder Mensch sollte sie mindestens drei Mal im Leben spielen hören, wer das noch nicht geschafft hat, begebe sich in den Keller des Kairo.

Beats And Alien Cabaret

Weird and wonderful: at Café Kairo, the great Béatrice Graf and Attic Ted make for a wild Easter.

Everyone should hear Béatrice Graf play at least three times in their life.

It wouldn't be presumptuous to call her the grande dame of drums, but somehow she's far too punk for that: Béatrice Graf is undoubtedly one of the most important drummers in this country. When the Geneva-based musician sits at her children's drum set, her sticks seem like a natural extension of her body. Always relaxed but imbued with incredible energy, she plays her self-created sets, performs, sings and shouts critical lyrics and enhances the whole thing with single-string guitars and other self-made instruments. Everyone should hear her play at least three times in their life, and if you haven't done so yet, head for the basement of the Kairo.

Frappes et Cabaret Alien

Décalé et merveilleux: au Café Kairo, la grande Béatrice Graf et Attic Ted assurent une fête de Pâques sauvage.

Tout le monde devrait entendre Béatrice Graf jouer au moins trois fois dans sa vie.

Il ne serait pas exagéré de la qualifier de grande dame de la batterie, mais d'une certaine manière, elle est bien trop punk pour cela. Béatrice Graf est sans aucun doute l'une des percussionnistes les plus remarquables de notre pays. Lorsque la musicienne genevoise est assise à sa batterie d'enfant, ses baguettes semblent être une extension naturelle de son corps: détendue, mais imprégnée d'une énergie incroyable, elle joue sur des sets qu'elle a créés elle-même, interprète, chante et crie des textes critiques et complète le tout avec des guitares à une corde et d'autres instruments qu'elle a fabriqués elle-même. Tout le monde devrait l'entendre jouer au moins trois fois dans sa vie, que celles et ceux qui n'y sont pas encore parvenus se rendent dans la cave du Kairo.

- Besuch bei der Meister-Drummerin: Bei dieser Frau ist jeder Schlag politisch

Béatrice Graf gehört zu den bedeutendsten Schweizer Schlagzeugerinnen. Schon die Wahl des Instruments war für die Westschweizer Bauerntochter ein Statement.

Martin Burkhalter . Berner Zeitung Kultur & der Bund, 19.04. 2022
https://www.bernerzeitung.ch/bei-dieser-frau-ist-jeder-schlag-politisch-926972118994

Eine Legende nennt sie die Westschweizer Presse. Béatrice Graf ist so etwas wie die Grande Dame des Schweizer Schlagzeugs. Eine ungemein vielfältige und eigensinnige Musikerin, deren Karriere mit Jazz und Rock anfing und nun schon fast vierzig Jahre währt.

Spätestens seit Mitte der 1990er Jahren entwickelt sie ihre eigenen Projekte. Vom Solo bis zum Sextett, von der Improvisation bis zur Komposition, vom Swing bis zum Hardcore, von der Akustik bis zur Elektronik. Sie spielt mit Jazz-, Rock-, Welt- und Elektronikmusikern sogar mit Theater- und Multimediakünstlerinnen.

Die Summe all dieser Erfahrungen macht ihren ganz eigenen Sound aus. Wenn sie spielt, lächelt sie seltsam entrückt, sie kann alles und wirkt doch so harmlos.

Mit ihrem Frauen-Jazzquartett Four Roses etwa spielte sie in 20 Jahren über 300 Konzerte. Sie ist langjähriges Mitglied im Sextett des Jazztrompeters Peter Schärli. Und gerade begeistert sie mit der Zürcher Bassistin Martina Berther als Ester Poly, als ein ungemein energetisches, raues und radikales Duo, das irgendwo zwischen Jazz, Postpunk und Pop nochmals etwas ganz Neues kreiert, mit feministischen Parolen und erotischen Timbres.

Für ihr Schaffen erhielt Béatrice Graf 2019 den Schweizer Musikpreis. Am Mittwoch kommt sie für ein Solokonzert nach Bern: sie spielt an den MFB-Awards, der Preisverleihung der Berner Musikförderung.

Zeit also, diese ungestüme Schlagzeugerin kennenzulernen, über die es in der Westschweizer Presse auch heisst, sie sei zäh und auch ein bisschen ungemütlich.

Am besten tut man das in Genf, gleich hinter dem Bahnhof, wo sie seit 35 Jahren wohnt: in der alternativen Wohnsiedlung Îlot 13, ein Überbleibsel aus der grossen Zeit der Genfer Hausbesetzungen. 450 Menschen leben hier. Im Erdgeschoss befinden sich allerlei Ateliers von Künstlern und Handwerkern. Auf den Balkonen stehen Fahrräder. Der Innenhof ist hell und grün und weit. Das Îlot 13 ist eine Mischung aus Berner Reitschule und Lorrainequartier. Ein Stück Utopie, mitten in der Stadt. Eine Poststation aus dem Jahr 1830 am Rand der Siedlung dient als Bar inklusive Konzertlokal.

Und hier sitzt Béatrice Graf nun vor einer Club Mate und erzählt von ihrem Leben. Alle paar Minuten grüsst sie jemanden, der vorbei schlendert.

“Viele der jungen Leute”, sagt sie, “kannte ich schon als sie noch Babys waren. Das hier ist ein Dorf mitten in der Stadt. Das schönste Dorf von Genf. Und wir gehen hier erst weg, wenn wir sterben.”

Man hört es gleich. Béatrice Graf umweht ein aktivistischer Furor.“35 Jahre Militanz” nennt sie denn auch ihr stetiges gewerkschaftliches Engagement im Dienste der Kultur: für die alternative Szene, für gerechtere Löhne für freischaffende Künstlerinnen und vor allem: für Nachhaltigkeit in der Kulturbranche.

2019 hat sie zum Beispiel das Projekt Cycloton mitinitiiert, ein mobiles, Co2-freies Musikfestival, das in zehn Städten im ganzen Land stattfindet und an dem die Musikerinnen und Helfer die Strecken zwischen den Austragungsorten per Velo zurücklegen. Und unlängst sorgte sie für Schlagzeilen, weil sie als eine der Hauptverantwortlichen, den geplanten Bau des Prestige-Konzertsaals Cité de la Musique verhinderte. An vorderster Front hat sie die nötigen Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Kurz: Bei Béatrice Graf war und ist immer alles auch politisch.

Schon die Wahl ihres Instruments war es im weitesten Sinne. Denn damals Ende der 1970er Jahren gab es schlicht keine weiblichen Schlagzeugerinnen - zumindest in der Schweiz nicht. Doch für sie war das nichts Besonderes. Die Unterteilung in typisch Mann und Frau hat es für sie nie gegeben.

Béatrice Graf ist auf einem Bauernhof in Nyon aufgewachsen. Ihr Vater war früh gestorben, sodass sie mit der Mutter, den drei Schwestern und dem kleinen Bruder den Alltag auf dem Hof selbst bestreiten musste. "Wir waren Mädchen, die Männerarbeit leisteten. Vor der Schule zog ich meine Stallkleidung an”, sagt sie. “Deshalb gab es für uns da auch nie einen Unterschied. Meine Mutter hat mir dann auch meine Schlagzeugstunden bezahlt und nie eine Bemerkung fallen lassen, dass das eigentlich ein Instrument für Männer sei.”

“A Mens-World”, wie sie sagt, eine Männerwelt, war die Musikszene dann aber schon. Sie habe sich stets ein wenig beobachtet gefühlt und manchmal geglaubt, ein bisschen besser sein zu müssen, nur weil sie eine Frau sei. Einmal, an einem Workshop in Rom, habe sie vor 50 Schlagzeugern aus aller Welt, freilich alles Männer, spielen müssen und da sei es ihr schon vorgekommen, als spiele sie jetzt für die eine Hälfte der Menschheit. “Heute sagen mir viele junge Frauen, dass ich ein Vorbild für sie gewesen sei. Das freut mich natürlich.”

Mit der Musik in Berührung kam sie schon als Teenager. Dank dem Paléo-Festival reisten die grössten Jazzmusiker der Welt nach Nyon und infizierten sie mit dem Jazz. Auch wenn sie später alles Mögliche ausprobierte, der Jazz sei immer ihr Glutkern geblieben, sagt sie. “Solche Festival sind unglaublich wichtig. Nicht von ungefähr gibt es in Orten wie Willisau oder auch Langnau mit ihren Jazzfestivals so viele gute Musiker.”

Zuerst spielte sie sechs Jahre lang Handorgel, das nötige musikalische Grundlagenwissen erhielt sie im lokalen Örgeliverein. Doch eines Tages, da war sie etwa 16 Jahre alt, hatten sich ein paar junge Rocker aus Nyon auf dem Hof der Mutter ein Übungslokal gemietet, und Béatrice Graf entdeckte das Schlagzeug für sich. “Ich hatte viel Energie. Ich brauchte ein Instrument, womit ich diese Energie freilassen konnte”, sagt sie. “Was mir am Schlagzeug gefällt, ist, dass es etwas Primitives und Ursprüngliches hat. Schliesslich ist es das älteste Instrument der Welt.”

Als einzige weibliche Schlagzeugerin kam sie schnell mit den Musikszenen aus allen Regionen in Berührung. Deshalb spricht sie heute auch so gut Deutsch. Den Röstigraben gab es für sie nie, so wie es für sie auch keine typischen Männerberufe gibt. Mit 19 erhielt sie ihre erste Gage und mit 22 reiste sie mit der Punkrock-Formation Chin Chin nach England, wo sie für Radio BBC 1 ein Konzert gab. Und dann nahm die Karriere einfach so ihren Lauf.

Einen konkreten Karriereplan hatte sie nie. Sie spielte einfach immer weiter, bewegte sich von Szene zu Szene, von Projekt zu Projekt. Daneben schloss ein Geographie-Studium ab, ging später ans Konservatorium in Genf. Sie arbeitete als Lehrerin, jobbte in Teigwaren- oder Schokoladen-Fabriken, gab Musikunterricht. Eine feste Anstellung hatte sie indes nie. “Es gab nie diese Entscheidung: ich will Musikerin sein”, sagt sie. “Irgendwann war ich es einfach.”

Manchmal während des Gesprächs wechselt Béatrice Graf ins Französische. Erst dann, wenn sie sich nicht so sehr auf die Sprache konzentrieren muss, kommt ihre unbändige Energie zum Vorschein, dann spürt man den Überschwang und eine gewisse Unruhe in ihr.

Dann sprudelt es nur so aus ihr heraus und sie erzählt von diesen oder jenen Konzerten, von diesen oder jenen Projekten, von Abenteuern, Versuchungen und Experimenten, schwärmt von ihren Vorbildern wie Jack De Johnette oder Han Bennink. Und immer spricht sie von ihrer Herkunft, von Nyon und ihrem Leben als Tochter einer Bäuerin. Die Zähheit, die Ausdauer, die Disziplin, all das habe sie diesen frühen Prägungen zu verdanken, sagt sie. “Manchmal hatte ich an einem Tag ein Konzert vor 1500 Leuten und am nächsten vor 3. Seither weiss ich, dass nichts sicher ist. Nichts bleibt ewig. Da sehe ich Parallelen zum bäuerlichen Leben. Jedes Jahr fängst du wieder neu an.”

Ja, immer wieder neu anfangen. Béatrice Graf ist keine, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht. Schon wieder hat sie zahlreiche Projekte im Kopf. Ein gemeinsames mit Reverend Beat Man wird sie im Sommer gar öfter nach Bern führen. Und sonst? Gerade ist sie offiziell Mitglied der Grünen Partei geworden, wird also auch politisch nicht zur Ruhe kommen. Weiterhin wills sie sich für mehr Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb engagieren, will die Szenen in der Schweiz enger vernetzen, den Röstigraben zu schütten, damit die internationalen Künstlerinnen und Künstler länger im Land bleiben und nicht nur für ein einziges Konzert in Schweiz fliegen. Und natürlich will sie weiter Musik machen. “Mein Ziel?” fragt sie. “Das ist ganz einfach: weiterspielen und gesund zu bleiben. Ich glaube, es tut den Jungen gut, mich zu sehen, eine Frau in meinem Alter an einem solchen Instrument. Ganz ehrlich, ich habe das Gefühl, meine beste Zeit kommt noch.”

Martin Burkhalter . Berner Zeitung Kultur und der Bund, April 2022

- «Die gebratenen Tauben fliegen einem nicht in den Mund»

Diese Bemerkung, die Béatrice Graf vor rund zehn Jahren in einem Gespräch wie eine Selbstverständlichkeit aussprach, fasst die Lebensphilosophie der aussergewöhnlichen Musikerin zusammen. Eine Mischung aus gesundem Menschen- verstand, der aus einer beschwerlichen Kindheit in einem ländlichen Umfeld stammt und einer entschlossenen Zielstrebigkeit aus drei Jahrzenten Do-it-yourself-Praxis.
Auf den ersten Blick verkörpert Béatrice Graf ein Paradox. Aus ihrer Perspektive verbindet sie jedoch die Gegensätze und beobachtet die Gesellschaft und die künstlerischen Praktiken. Ihre Arbeit ist das Produkt eines sorgfältigen Umgangs mit den Geheimnissen des Jazz und der improvisierten Musik sowie eine typische Ausdrucksform einer selbstverwaltenden Protestkultur mit utopischen Ideen, die ihre Ideale dennoch konkret umsetzt. Béatrice Graf hat nie aufgehört, ihr Feld zu beackern. Sie hat sich nicht um Grenzen gekümmert und sich weit über diese hinaus in der ganzen Schweiz und in allen Sprachen bewegt, vom Rock zum Jazz über die elektronische Musik und die verschiedenen Bühnenkünste. Manchmal stellt Béatrice Graf ihr mobiles Schlagzeug in einem Park oder auf einem öffentlichen Platz auf. Dort, wo die Menschen leben. Als Instrumentalistin und Komponistin und mit ihrem Engagement für den gesell- schaftlichen Status der Kunstschaffenden ist sie eine wichtige Figur der Schweizer Musikszene. Ihre Neugierde, ihr Mut und ihr Talent machen sie zur Pionierin, nicht nur als Schlagzeugerin («batteure», wie sie sich selbst gerne nennt), sondern auch als Vermittlerin von Ideen und Verknüpfungen über die Kleingeistigkeit hinweg.

Roderic Mounir

Biografie
Béatrice Graf wurde 1964 in Nyon (VD) geboren und lebt in Genf. Sie ist als Musi- kerin und Komponistin in verschiedenen Bereichen tätig, unter anderem in Jazz, Rock, Weltmusik, zeitgenössischer Musik und Elektro, ebenso wie in Theater, Multimedia, Performance, Kunst, Tanz, Storytelling und Video. Sie ist in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika aufgetreten, und ihre Aufnahmen wurden von interna- tionalen Labels veröffentlicht (Enja, Unit, Altrisuoni, Bonzai Music). Als Schlagzeu- gerin spielt sie in den Gruppen Four Roses, Ester Poly und Country Cooking.


Schweizer Musikpreis Magazin, Béatrice Graf Preisträgerin 2019

FR «Les choses n’arrivent pas toutes cuites dans le bec.»

Cette remarque lâchée comme une évidence par Béatrice Graf, il y a une dizaine d’années au détour d’une conversa- tion, résume la philosophie de vie de cette musicienne hors normes. Un mélange de bon sens terrien hérité d’une enfance ardue en milieu rural et de détermination militante acquise durant trois décennies de pratiques Do-It-Yourself.
En apparence, Béatrice Graf incarne un paradoxe, dont elle a fait un point de jonction et d’observation privilégié sur la société et sur les pratiques artistiques. Elle est à la fois le produit d’un labeur rigoureux dans les arcanes savants du jazz et des musiques improvisées, et l’expression typique d’une culture contestataire, autogestionnaire, utopiste dans la tête mais très concrète dans la mise en pratique de ses idéaux.
Au fond, Béatrice Graf n’a jamais cessé de labourer la terre. Elle l’a fait sans tenir compte des frontières, arpentant la Suisse dans tous les sens, et toutes les langues, se projetant aussi bien au-delà des frontières. Du rock au jazz en passant par la musique électronique et les divers arts de la scène... Béatrice Graf, parfois, pose simplement sa batterie-valise dans un parc, sur une place publique, là où vivent les gens.
Instrumentiste, compositrice, militante attentive au statut social des artistes, Béatrice Graf est une figure importante de la scène helvétique. Sa curiosité, son audace et son talent en font une pionnière non seulement en tant que «batteure» (elle tient à cette formule), mais comme agent de la circulation des idées et du lien, par-delà les particularismes.

Roderic Mounir

Biographie

Née en 1964 à Nyon (VD), Béatrice Graf vit à Genève. Musicienne et compositrice, elle développe des activités multiples incluant jazz, rock, musiques du monde, musique contemporaine, électro, mais aussi théâtre, multimédia, performance, art, danse, conte, vidéo. Elle s’est produite en Europe, en Amérique (Nord et Sud), en Asie et en Afrique. Ses enregistrements ont été édités sur des labels diffusés internationale- ment (Enja, Unit, Altrisuoni, Bonzai Music). Parmi ses projets en tant que batteuse, on citera les groupes Four Roses, Ester Poly et Country Cooking.

Magazine du prix suisse de musique. Lauréate 2019

«Les choses n’arrivent pas toutes cuites dans le bec. («non si può sempre trovare la pappa pronta»)

Questa frase, pronunciata da Béatrice Graf durante una conversazione di una decina di anni fa come una cosa scon- tata, riassume in maniera efficace la filosofia di vita di una musicista fuori dalle righe:
un mix di sano buon senso acquisito durante un’infanzia piuttosto disagiata in una zona rurale e di determinazione militante acquisita in tre decenni di pratica «fai da te».
All’apparenza, Béatrice Graf incarna un paradosso, del quale ha fatto però un punto di contatto e di osservazione privilegiata sulla società e sulle attività artistiche; è al contempo il prodotto di un percorso rigoroso tra i profondi segreti del jazz e della musica improvvisata e l’espressione tipica di una cultura della contestazione, autogestita, utopica nella teoria, ma molto concreta nella realizzazione pratica dei propri ideali.
In fondo, Béatrice Graf non ha mai smesso di lavorare la terra, e lo ha fatto senza curarsi dei confini, esplorando la Svizzera in tutte le direzioni e in tutte le lingue, proiettandosi ben oltre ogni frontiera, spaziando dal rock al jazz, passando per la musica elettronica e le varie arti sceniche. A volte le basta aprire con natura- lezza la sua valigia-batteria in un parco, in una piazza pubblica, ovunque viva la gente.
Strumentista, compositrice e attivista militante attenta allo status sociale di artiste e artisti, Béatrice Graf è una figura eminente della scena elvetica. La curio- sità, l’audacia e il talento la rendono una pioniera non solo come «batteure» (ci tiene a questa definizione), ma anche come fautrice della circolazione di idee e delle connessioni, al di là di qualunque partico- larismo.

Roderic Mounir

Biografia

Nata nel 1964 a Nyon (VD), Béatrice Graf vive a Ginevra. Musicista e compositrice, è immersa in un ambiente caleidoscopico di jazz, rock, world music, musica con- temporanea, elettronica, ma anche teatro, multimedia, performance, arte, danza, narrazione e video. Si è esibita in Europa, America del Nord e del Sud, Asia e Africa. Ha registrato e pubblicato con etichette distribuite in tutto il mondo (Enja, Unit, Altrisuoni, Bonzai Music). Four Roses, Ester Poly e Country Cooking sono solo alcuni nomi dei gruppi che la vedono impegnata come batterista.

Premio svizzero di musica, Vincitrice 2019

"Things don't just fall right into one’s lap."

This remark, uttered as a matter of course by Beatrice ten years ago in the course of a conversation, sums up the philosophy of life of this extraordinary musician. A mixture of well-grounded common sense inherited from an arduous childhood in a rural environment and a militant determination acquired during three decades of Do-It-Yourself practices.
On the surface, Béatrice Graf embodies a paradox, which she has turned into a privileged point of junction and observation on society and on artistic practices. She is at the same time the product of rigorous work in the arcanes of jazz and improvised music, and the typical expression of a culture of protesting, self-managing and utopian in spirit but very concrete in the implementation of its ideals.
Fundamentally, Béatrice Graf has never stopped ploughing the land. She has done so without regard for borders, traversing Switzerland in all directions and in all languages, projecting herself well beyond borders. From rock to jazz to electronic music and the various performing arts... Béatrice Graf sometimes simply puts down her suitcase drum kit in a park, in a public space, where people live.
 
Instrumentalist, composer, activist, and attentive to the social status of artists, Béatrice Graf is an important figure of the Swiss scene. Her curiosity, audacity and talent make her a pioneer not only as a drummer (“batteure” – she likes to use this term), but also as an agent of ideas and links circulation, beyond particularisms.”

Roderic Mounir

Biography

Born in 1964 in Nyon (VD), Béatrice Graf lives in Geneva. A musician and composer, she has developed multiple activities including jazz, rock, world music, contemporary music, electro, but also theatre, multimedia, performance, art, dance, storytelling and video. She has performed in Europe, America (North and South), Asia and Africa. Her recordings have been released on internationally distributed labels (Enja, Unit, Altrisuoni, Bonzai Music). Her projects as a drummer include the bands Four Roses, Ester Poly and Country Cooking.

Swiss Music Prize Magazine. Winner 2019

- Béatrice Graf : the one and only @graf1627 était avec nous samedi après-midi pour bien nous bousculer et faire trembler nos cœurs !

Instruments atypiques, textes intrépides, prestance unique : une énergie emmagasinée pour le reste du week-end (et de la vie ?) Merci Béatrice

Concert au Tearoom.live Festival Fribourg 29.04.2023

"Béatrice Graf: the one and only @graf1627 was with us on Saturday afternoon to shake us up and make our hearts tremble! Atypical instruments, intrepid lyrics, unique presence: an energy stored up for the rest of the weekend (and of life?) Thank you Béatrice
Concert at the Tearoom.live Festival Fribourg 29.04.2023"

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Béatrice Graf: the one and only @graf1627 war am Samstagnachmittag bei uns, um uns ordentlich durchzuschütteln und unsere Herzen zum Beben zu bringen! Untypische Instrumente, unerschrockene Texte, einzigartiges Auftreten: eine gespeicherte Energie für den Rest des Wochenendes (und des Lebens?) Danke Béatrice!
Konzert beim Tearoom.live Festival Freiburg 29.04.2023

Deepl.

- Souffle coupé: quand la génialissime Lovelybbones nous a présenté son idée de la booker pour le festival, on a tout de suite été emballé. Mais alors en live, la claque. Ca restera un de mes plus beaux souvenirs de Tea room

Vanessa Cojocaru, mother de Tea Room festival.

"Breathless: When the brilliant Lovelybbones presented us with the idea of booking her for the festival, we were immediately excited. And then, live, mind-blowing. It will remain one of my greatest memories of Tea room
Vanessa Cojocaru, mother of Tea Room festival."

Als die genialen Lovelybbones uns ihre Idee vorstellten, sie für das Festival zu buchen, waren wir sofort begeistert. Aber dann live, das war der Hammer. Das wird eine meiner schönsten Erinnerungen an den Tea Room bleiben.
Vanessa Cojocaru, Mutter des Tea Room Festivals .

Senza fiato: quando la brillante Lovelybbones ci ha presentato l'idea di programmarla per il festival, siamo stati subito entusiasti. Ma poi, dal vivo, lo schiaffo. Rimarrà uno dei miei ricordi più belli di Tea Room.
Vanessa Cojocaru, madre del Tea Room festival.

- Begegnung unter freiem Himmel, Béatrice Graf

Die Schlagzeugerin Béatrice Graf ist eine wahre Wundertüte. Sei’s als Solistin auf ihrem selbst gebauten Kistenschlagzeug, im furiosen Powerduo Ester Poly oder aber als schau- spielernde Musikvermittlerin – immer besticht sie mit ihrem ureigenen Timing und einer Dringlichkeit, welche nicht zuletzt auch aus der ständigen Auseinandersetzung mit den grossen Herausforderungen unserer Zeit resultiert. Dieses Jahr wurde ihr Schaffen mit dem renommierten Schweizer Musikpreis gewürdigt.

Von Clemens Kuratle

Graf machte die Matur mit Hauptfach alt-Griechisch, studierte anschliessend Geografie und half auf dem elterlichen Bau- ernhof aus, bevor sie mit 22 Jahren auszog und mit der Female-Punkband Chin-Chin durch England tourte. Während zehn Jahren besuchte sie verschiedenste Workshops und masterclasses in der AMR Genf, wo sie unter anderem Jack DeJohnette begegnete, welchen sie zu ihren prägendsten Einflüssen zählt.
 
Stilistische Scheuklappen kannte sie nie und es sind diese offenheit und die Neugier, die sie zu einer vielseitigen und flexiblen Stilistin machen – eine Qualität, die sie auch im Umgang mit anderen musikern an den tag legt. ”Man lernt auch vom Spiel mit Amateuren”, meint sie und so besuchte sie, wo immer sie auch war, Jamsessions. in ihrer Heimatstadt Genf lernte sie so auch zukünftige Kollaborationspartner wie den Saxophonisten Guillaume Perret oder den Gitarristen Cyril Moulas kennen. Die Jamsession als ort der Begegnung ist ihr auch heute noch wichtig. ”Besonders, weil ich nicht unterrichte.”
 
IHR EINZIGARTIGES DRUMSET IST MITTLERWEILE IHR MARKENZEICHEN.
Des jahrelangen Übens im Bunker müde, bastelte sie sich nach der Jahrtausendwende kurzerhand aus einem Kinderschlagzeug und einem Koffer ein Instrument für den Park und übte fortan draussen. So wurden zeitgenössische Kunstschaffende anderer Sparten auf sie aufmerksam und Graf begann, vermehrt solo, d. h. in Zusammenarbeit mit Tänzern, Schauspielern und Videokünstlern aufzutreten. ”Ich bin neugierig. Wenn mich jemand für etwas Neues anfragt, dann sage ich meistens Ja. Zwei Wochen vor Pro- jektbeginn denke ich dann allerdings jeweils: Shit!”
Das Musizieren im Park inspirierte Graf auch zu ihrem Projekt Transhumance, eine frei improvisierte Konzertreihe mit Musikern aus der ganzen Schweiz, auf öffentlichen Plätzen im ganzen Land.
Ihr Set-up hat sie seither kontinuierlich weiterentwickelt, sodass sogar Julian Sartorius sie darum beneide. Mittlerweile vermisse sie ihr Kistenschlagzeug, wenn wieder einige Gigs auf einem regulären Kit anstehen. In letzter Zeit ist das wieder öfters der Fall. Zusammen mit Martina Berther gründete Graf 2013 die Band Ester Poly. Nach einer ersten Phase, in der das Duo ausschliesslich frei improvisierte, entschieden sich die beiden, ein Debutalbum mit Songs aufzunehmen. man suchte den Kontakt zu Sängerinnen, doch schnell wurde klar, dass die Zusammenarbeit zu zweit besser funktioniert. Und so singen die zwei nun selber. Die Texte seien provokativ, ihre Stimme sei zu schlecht für schöne Songs, so Graf lakonisch. Schön ist mit Sicherheit nicht das offensichtlichste Attribut für diese Musik. Punk und Noise prägen den Sound. Dazu feministische Lyrics, trotz der Lautstärke in einer Intimität – und ja, Schönheit! – wie sie ein Mann so kaum auf die Büh- ne bringen könnte. Ester Poly sorgt derzeit in alternativen Kreisen für Furore und so findet sich Graf wieder auf ähnlichen Bühnen wie zu Beginn ihrer Karriere. in alternativen Kulturlokalen, besetzten Häusern und neulich an der legendären Bad Bonn Kilbi kommt Ester Poly am besten an. Darauf angesprochen meint sie trocken: ”Es ist gut, wenn junge leute eine alte Frau wie mich am Schlagzeug sehen.”
Auch ihr aktuelles Soloprojekt ”Mess-Age” setzt sich mit den grössten Fragen unserer Zeit auseinander. Ihr aktuelles Video ”Last Minute Call” richtet sich an uns alle. ”There is no Plan B Planet!”, skandiert Graf. Als Mutter fühle sie sich in der Pflicht, ihre Umgebung wachzurütteln. ”Der Klima- wandel ist die grösste Krise, in der sich die Menschheit je befunden hat!” 
Konzert Mess-age ist am 21. September 2019 am Gamut Festival im Bogen F in Zürich zu hören.

Clemens Kuratle, Jazz'n'More, 04.2019

MEETING IN OPEN AIR, BÉATRICE GRAF

The percussionist Béatrice Graf is a true surprise package. Whether as a soloist on her self-built trunk drum set, in the furious power duo Ester Poly or as a show-playing music mediator - she always captivates with her very own timing and an urgency that results not least from the constant confrontation with the great challenges of our time. This year, her work was honoured with the prestigious Swiss Music Prize.

By Clemens Kuratle

Graf graduated from high school specialising in ancient Greek, then studied geography and helped out on her parents' farm before she moved out at the age of 22 and toured England with the female punk band Chin-Chin. For ten years she attended various workshops and masterclasses at the AMR Geneva, where she met, among others, Jack DeJohnette whom she counts among her most formative influences.

She has never known stylistic embellishers and it is this openness and curiosity that make her a versatile and flexible stylist - a quality she also displays in her dealings with other musicians. "You also learn from playing with amateurs", she says, and so she attended jam sessions wherever she was. In her hometown of Geneva, she also met future collaboration partners like saxophonist Guillaume Perret or guitarist Cyril Moulas. Jam sessions as a place of encounter are still important to her today. "Especially because I don't teach."

HER UNIQUE DRUM SET HAS BECOME HER TRADEMARK.

Tired of practising in a bunker for years, after the turn of the millennium she made a park-friendly instrument out of a child's drum kit and a suitcase and practised outside from then on. This brought her to the attention of contemporary artists from other disciplines and Graf began to perform more and more solo, i.e. in collaboration with dancers, actors and video artists. "I am a curious person. When someone asks me for something new, I usually say yes. Two weeks before the project starts, however, I always think: Shit!"

Playing in parks also inspired Graf to start her project Transhumance, a series of free improvised concerts with musicians from all over Switzerland, in public places all over the country.
She has continuously developed her kit since then, so much so that even Julian Sartorius envies her for it. In the meantime, she misses her trunk drum set when gigs on a regular kit are on the agenda. Lately, it’s been the case more often than not. Together with Martina Berther, Graf founded the band Ester Poly in 2013. After an initial phase in which the duo exclusively improvised freely, the two decided to record a debut album made up of songs. They sought contact with female singers, but it quickly became clear that working together as a duo would function better. And so the two now sing themselves. The lyrics are provocative, their voices are too poor for beautiful songs, Graf says laconically. Beautiful is certainly not the most obvious attribute for this music. Punk and noise characterise the sound. In addition are feminist lyrics, despite the volume in an intimacy - and yes, beauty! - that a man could hardly bring to the stage. Ester Poly is currently all the rage  in alternative circles, and so Graf finds herself on stages similar to those at the beginning of her career. Ester Poly is best received in alternative cultural venues, squats and recently at the legendary Bad Bonn Kilbi. When asked about this, she says dryly: "It's good when young people see an old woman like me on the drums."
Her current solo project "Mess-Age" also deals with the biggest questions of our time. Her latest video "Last Minute Call" addresses all of us. "There is no Plan B Planet!" chants Graf. As a mother, she feels it is her duty to wake up those around her. "Climate change is the biggest crisis humanity has ever faced!"  

Concert Mess-age can be heard at the Gamut Festival at Bogen F in Zurich on 21 September 2019.

Clemens Kuratle, Jazz'n'More 04.2019
 

RENCONTRE EN PLEIN AIR, BÉATRICE GRAF

La batteure Béatrice Graf est une véritable pochette surprise. Que ce soit en tant que soliste sur sa caisse à rythmes, au sein du furieux duo Ester Poly ou en tant que virtuose de la transmission musicale, elle séduit toujours par son timing et son urgence, qui résultent notamment de sa confrontation permanente avec les grands défis de notre époque. Cette année, son travail a été récompensé par le prestigieux Prix suisse de la musique.
Par Clemens Kuratle
Graf a obtenu sa maturité avec le grec ancien comme matière principale, a ensuite étudié la géographie et a aidé dans la ferme familiale avant de déménager à 22 ans et de partir en tournée en Angleterre avec le groupe punk féminin Chin-Chin. Pendant dix ans, elle a suivi différents ateliers et masterclasses à l'AMR de Genève, où elle a notamment rencontré Jack De Johnette, qu'elle compte parmi ses influences les plus marquantes.
 Elle n'a jamais eu d'œillères en matière de style et c'est cette ouverture et cette curiosité qui font d'elle une musicienne polyvalente et flexible - une qualité dont elle fait également preuve dans ses relations avec les autres musiciens. "On apprend aussi en jouant avec des amateurs", dit-elle, et c'est ainsi qu'elle a assisté à des jam sessions partout où elle allait. dans sa ville natale de Genève, elle a ainsi fait la connaissance de futurs partenaires de collaboration comme le saxophoniste Guillaume Perret ou le guitariste Cyril Moulas. Aujourd'hui encore, la jam session comme lieu de rencontre est importante pour elle. " En particulier parce que je n'enseigne pas ".

SON SET DE BATTERIE UNIQUE EST DEVENU SA MARQUE DE FABRIQUE.

Fatiguée de s'entraîner pendant des années dans une cave, elle a bricolé sans hésiter un instrument pour le parc à partir d'une batterie d'enfant et d'une valise après le changement de millénaire et s'est entraînée à l'extérieur. C'est ainsi que des artistes contemporains d'autres disciplines ont commencé à s'intéresser à elle et que Graf a commencé à se produire de plus en plus en solo, c'est-à-dire en collaboration avec des danseurs, des comédiens et des artistes vidéo. "Je suis curieuse. Quand on me demande de participer à quelque chose de nouveau, je dis généralement oui. Deux semaines avant le début du projet, je me dis cependant souvent : "Shit !"
Faire de la musique dans le parc a également inspiré Graf pour son projet Transhumance, une série de concerts improvisés avec des musiciens de toute la Suisse, sur des places ouvertes dans tout le pays.
Depuis, elle n'a cessé de développer son set-up, à tel point que même Julian Sartorius le lui envie. Entre-temps, sa batterie en boîte lui manque lorsqu'elle doit à nouveau donner quelques concerts sur un kit régulier. Ces derniers temps, c'est à nouveau plus souvent le cas. Avec Martina Berther, Graf a fondé le groupe Ester Poly en 2013. Après une première phase où le duo improvisait exclusivement librement, elles ont décidé d'enregistrer un premier album de chansons. Elles ont cherché à entrer en contact avec des chanteuses, mais il est vite apparu que la collaboration à deux fonctionnait mieux. Et c'est ainsi que les deux chantent désormais elles-mêmes. Les textes sont provocateurs, leur voix est trop faible pour de belles chansons, explique laconiquement Graf. Beau n'est certainement pas l'attribut le plus évident pour cette musique. Le son est marqué par le punk et la noise. Avec en plus des paroles féministes, malgré le niveau sonore, dans une intimité - et oui, la beauté ! - qu'un homme pourrait difficilement mettre en scène. Ester Poly fait actuellement sensation dans les milieux alternatifs et c'est ainsi que Graf se retrouve à nouveau sur des scènes identiques à celles du début de sa carrière. C'est dans les lieux culturels alternatifs, les squats et, récemment, au légendaire festival Kilbi du Bad Bonn que le duo Ester Poly est le plus apprécié. Interrogée à ce sujet, elle répond d'un ton pince-sans-rire : "C'est bon pour les jeunes de voir une vieille femme comme moi à la batterie".
Son projet solo actuel "Mess-Age" aborde également les plus grandes questions de notre époque. Sa vidéo actuelle "Last Minute Call" s'adresse à nous tous. "There is no Plan B Planet !", scande Graf. En tant que mère, elle estime qu'il est de son devoir de secouer son milieu. "Le changement climatique est la plus grande crise dans laquelle l'humanité ne se soit jamais trouvée !" 
Concert Mess-age est à écouter le 21 septembre 2019 au Gamut Festival au Bogen F à Zurich.


Clemens Kuratle, Jazz'n'More 04.2019

- Béatrice Graf : «Ich hatte nie einen Karriereplan»

Text David Hunziker

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Manchmal baut die 56-jährige Drummerin Béatrice Graf ihr Kistenschlagzeug aus Alltagsgegenständen bei null Grad unter freiem Himmel auf. Jetzt gibt sie auf der Kammgarnbühne ein Solokonzert. Ein Gespräch über Naturschutzgebiete, Tage im Park und die Angst vor dem Stillstand.

Béatrice Graf, Sie proben hier im Zürcher Club Moods gerade mit neun anderen Schlagzeugerinnen und Schlagzeugern, um einen Stream aufzunehmen. Sie haben sich ja auf viele musikalische Abenteuer eingelassen, ist das noch eine neue Situation für Sie?
Ich habe auch schon in Ensembles mit über zehn Schlagzeugen gespielt, aber was hier vielleicht neu ist: Die Lautstärke auf der Bühne ist ganz dezent. Als ich hierfür angefragt wurde, dachte ich, das wird sicher laut. Aber es ist überhaupt nicht so, ich selbst war die Lauteste. Ich glaube, das liegt an der Attitüde der Leute, hier sind keine Egomanen dabei, die vor allem ihre besten Tricks und Fills zeigen wollen. Aber bei zehn Leuten muss natürlich auch mal jemand ein bisschen Feuer machen und den Weg weisen, sonst bleiben alle an Ort und Stelle.
In Schaffhausen werden Sie solo auftreten. Was weist Ihnen den Weg, wenn Sie alleine spielen?
Beim Improvisieren habe ich immer eine Struktur im Kopf. Ich stelle mir quasi eine Komposition vor, die ich laufend erweitere. Darum spreche ich auch eher von «instant composing» als von Improvisation. Das ist wie Legospielen: Ich nehme einzelne Bausteine, Grooves und kleine Patterns und baue sie zusammen. Ich bin immer noch daran, mein Repertoire solcher Patterns zu erweitern. Im Moment übe ich zum Beispiel ganz seriös alle Paradiddles und Rudiments auf der Snaredrum – endlich, nach vierzig Jahren!
Wieso beginnen Sie so spät noch damit?
Als ich jünger war, haben mich solche Übungen angeschissen. Ich wollte einfach nur Schlagzeug spielen. Mittlerweile bin ich bereit, das nachzuholen. Vor fünf Jahren ging ich wieder zum selben Lehrer, der vor dreissig Jahren mein erster und letzter war. Bei ihm habe ich ganz brav eine Lektion genommen. Nun übe ich die Rudiments des US-amerikanischen Schlagzeuglehrers Charles Wilcoxon, eines nach dem andern, wie an der Jazzschule. Doch die Übungen machen weder Spass zum Spielen noch zum Hören, darum versuche ich immer, etwas Musikalisches daraus zu entwickeln.
Während Ihrer gesamten Karriere haben Sie sich zwischen unzähligen Stilen und Szenen bewegt. Was treibt Sie weiter?
Ausser klassischer Musik habe ich tatsächlich fast jeden Stil gespielt. Sogar mal in einer Operette. Auch bei Theatern habe ich mitgemacht, habe Filmmusik komponiert. Meine erste Gruppe war ein Tanzorchester, damit habe ich mit 19 Jahren mein Geld verdient. Mit 22 war ich in England auf Tour mit Chin-Chin, einer Punkband mit zwei anderen Frauen aus Biel. Ich habe mich in Rock und Jazz immer parallel entwickelt. Was mich antreibt? Die Antwort ist einfach: Ich bin sehr neugierig. Ich fühle mich auch überhaupt nicht alt, ausser ab und zu im Körper.
Wo kam der Jazz her?
Ich wurde schon als Teenager mit den besten und schönsten Jazzgruppen der Welt konfrontiert. Ich wuchs auf einem Bauernhof in Nyon auf und ging schon mit 14 ans nahe gelegene Jazzfestival, wo ich alles gesehen habe: das Art Ensemble of Chicago, Cecil Taylor, Keith Jarrett, natürlich Irène Schweizer, und Jack De Johnette, einer meiner grössten Einflüsse im Jazz. In Nyon gab es aber auch schon das Paléo Festival, wo ich viel Pop und Rock sah. Gleichzeitig verkehrte ich in besetzen Häusern und Rockclubs in Lausanne und Genf, sah Killing Joke, Bérurier Noir, Nina Hagen, The Cure und viele andere Punk und New-Wave Bands.
Was hat Ihnen an der Jazzwelt gefehlt?
Es hat mir nichts gefehlt. Ich habe mich einfach gleichzeitig in verschiedenen Szenen bewegt. Die Energie eines Rockkonzerts in einem Keller, das Mittanzen ist für mich genauso wichtig wie eine schöne Melodie oder Akkordfolge. Der Pogo-Tanz ist ja mittlerweile auch im Hip-Hop angekommen. Mein Sohn geht jetzt an solche Konzerte und die springen dort zu heavy Afro- trap-Beats herum wie damals die Punks. Die Alternativkultur der Achtzigerjahre war aufre- gend und wild, es wurde so viel experimentiert, das hat mich stark geprägt. Aber es ist interessant, was teilweise daraus geworden ist. Die katalanische Theatergruppe La Fura dels Baus zum Beispiel hat damals wahnsinnige Performances gemacht, heute inszenieren sie für die Oper.

«Sobald ich in eine Routine komme, habe ich Angst, dass ich die nächsten zwanzig Jahre dasselbe machen werde.»

Wie haben Sie es geschafft, dass Sie nie von etwas vereinnahmt wurden?
Was ich wirklich nicht mag, ist Langweile. Sobald ich in eine Routine komme, habe ich Angst, dass ich die nächsten zwanzig Jahre dasselbe machen werde. Vor etwa fünfzehn Jahren ging es mir mit der Jazzwelt so, ich dachte: Shit, jetzt spiele ich einfach nur noch alle sechs Monate in einem dieser Jazzclubs. Ich spiele gern an diesen Orten, aber nur das zu machen, ist mir zu begrenzt. Vor zwanzig Jahren habe ich angefangen, draussen unter freiem Himmel zu spielen. Ich bin damals umgezogen und hatte nun einen Übungsrum direkt in meinem Keller, dafür ohne Tageslicht. Weil ich das Licht brauche, nahm ich eine alte Holzkiste, einige Dosen und andere Objekte und baute mir daraus ein Schlagzeug, das ich draussen aufbauen kann. Ich spielte ganz leise, damit ich keine Bewilligung brauche. So schonte ich auch meine Ohren, die etwas kaputt sind von den vielen Konzerten. Mit den Alltagsobjekten, aus denen mein Set besteht, erzähle ich kleine Geschichten – darum hat eine Freundin über meine Musik einmal gesagt, sie sei wie die Folklore eines imaginären Landes. Das fand ich schön.
Und diese Holzkiste hat Ihnen neue Welten eröffnet?
Einmal habe ich sie Freunden von mir gezeigt, die sich in der zeitgenössischen Kunst bewegen. Die hat fasziniert, wie ich aus Alltagsobjekten Musik mache. Also haben sie mich an eine Kunstbiennale in Armenien eingeladen, und ich habe dann noch ein paarmal in Museen gespielt und mit einer Künstlerin Videos veröffentlicht. In der Kunstwelt habe ich zwei Dinge gelernt: Videos zu drehen, was ich bis heute mache; und dass die Arbeitsbedingungen dort noch schlechter sind als in der Musikbranche. Die Hierarchien sind wirklich wie im Mittelalter: Zuoberst ist der Kurator oder der Museumsdirektor, bei dem man dann betteln muss – wie der König, der Mozart einen Raum zum Komponieren und etwas zu essen gab.
Hat Ihre Offenheit auch Grenzen?
Ich sage selten Nein, vielleicht sollte ich das lernen. Es passiert, dass ich für ein Projekt zusage und merke, dass es nicht gut ist. Dann muss ich eine Ausrede finden. Aber ich geniesse es auch, wenn ich für schräge Dinge angefragt werde. Andere würden dann vielleicht absagen, weil sie einen festen Karriereplan haben. So einen Plan hatte ich nie. Ich habe mich schon manchmal gefragt, ob es sinnvoll ist, dass ich so viel Verschiedenes mache, ob ich mich spezialisieren sollte. Aber ich mache ja auch nicht alles, Studiomusikerin etwa, das wäre ein ganz anderer Job. Dafür werde ich auch nie angefragt.
Sie sind eine Musikerin, die man sich kaum ohne Bühne vorstellen kann. Ist es schlimm für Sie, dass gerade keine Konzerte stattfinden können?
Klar, ich musste viele Auftritte absagen. Aber meine Routine, draussen alleine zu üben, konnte ich weiterverfolgen. Im Frühling fand ich das ganz interessant: keine Flugzeuge mehr in der Luft, fast keine Autos auf der Autobahn. Ich war viel mit dem Fahrrad unterwegs und habe Videos gedreht in diesen Naturschutzgebieten, die oft bei Flugplätzen und Autobahnen liegen – plötzlich hat man da die Frösche wieder quaken gehört.
Draussen zu spielen war noch nie zeitgemässer.
Früher habe ich immer gewartet, bis es mindestens zehn Grad warm war. Diesen Winter wollte ich es mal bei null Grad probieren. Ich habe mich ausgerüstet mit langen Unterhosen und Merinowolle, sodass ich drei Stunden draussen spielen kann. Dann habe ich das auf den sozialen Medien gepostet und Victor Hege, ein junger Sousafonist aus Basel, hat mir geschrieben, er wolle auch mitmachen. Dann hat sich noch Philippe Ehinger, ein befreundeter Klarinettist, angeschlossen und wir haben bei mir im Innenhof in Genf Ende Januar zum ersten Mal zusammen gespielt. Ab März spielen wir ganz legal Konzerte draussen – wir haben jetzt eine Lizenz für Strassenmusik.

«Früher habe ich immer gewartet, bis es mindestens zehn Grad warm war»

So haben Sie trotzdem Ihr Publikum
Wer draussen spielt, muss auch bereit sein, den Leuten entgegenzukommen. Sie reden mit mir, es kommt auch vor, dass mal jemand mitspielen will. Manchmal geben mir die Leute Geld, obwohl ich nie danach gefragt habe, ich brauche die Strasse ja nur als Proberaum. Es ist lustig, zu beobachten, wer mir Geld gibt: Drogensüchtige, Roma-Musiker, Asylsuchende, die im Park die Tage verbringen, Kinder, alte Leute. Draussen sind die Kinder mein bestes Publikum, sie lieben mein gebasteltes Schlagzeug. Ab und zu dürfen sie es auch ausprobieren. Ich weiss sogar von Kindern, die Schlagzeug lernen, weil sie mich draussen im Park haben spielen sehen.
Hinter Ihren Projekten stehen manchmal auch ökologische Ideen. Beim «Cycloton. Tour de Suisse en Musique» sind Sie mit anderen Musikerinnen und Musikern mit dem Fahrrad durch die Schweiz getourt und haben auf diese Weise nicht nur alles transportiert, sondern gleich auch noch den Strom für die Musikanlage selber produziert.
Ich bin ja nicht nur Musikerin, sondern Teil dieser Welt. Ich bin auch Mutter und überlege mir, was für eine Welt wir unseren Kindern hinterlassen. Bei den Klimastreiks habe ich von Anfang an mitgemacht, aber das Thema beschäftigt mich schon viel länger. Nach der Schule habe ich zuerst Geografie studiert, eine Musikhochschule gab es in meiner Nähe gar nicht. Über «Die Grenzen des Wachstums» des Club of Rome und die Klimafrage haben wir schon damals gesprochen.

«Die Kultur muss sich an den Gesprächen über die Zukunft der Gesellschaft beteiligen.»

Was wollen Sie mit Aktionen wie dem «Cycloton» zeigen?
Die Kultur muss sich an den Gesprächen über die Zukunft der Gesellschaft beteiligen. Auch wir Kulturschaffenden müssen umdenken. Ich denke nicht nur ans Klima; die aktuelle Pandemie wird ja nicht die letzte sein. Früher gab es eine Pandemie alle hundert Jahre – seit 2000 gab es schon sechs! Ich selber brauche keine grosse Anlage, um Musik zu machen. Ich kann auch mit diesem Tisch hier ein Stück produzie-ren – wenn es zu leise ist, muss man einfach näher kommen. Ich bin sicher, dass die Kultur- branche durch gemeinsames Engagement nachhaltig werden kann – mit Motivation und Muskelkraft, ohne lange Reisewege und unökologische Transportmittel. Im vergangenen Jahr habe ich zusammen mit Gregoire Quartier das Wanderfestival «Slow» auf die Beine gestellt, bei dem es vor allem um Nachhaltigkeit in Kultur und Landwirtschaft ging. Keiner der neun geplanten Tage wurde abgesagt.
Was beschäftigt Sie als Musikerin gerade?
Im Moment beschäftige ich mich viel mit Ester Poly, meinem Duo mit der Bassistin Martina Berther, wir bringen im Mai ein neues Album raus. Eigentlich müsste ich mich auch um meine Solosachen kümmern, ich habe einiges aufgenommen. Aber oft denke ich dann, es ist nicht gut genug, und lasse es in der Schublade liegen. Mein Anspruch ist: Wenn ich eine Auf- nahme veröffentliche, muss ich sie in zwanzig Jahren noch hören können. Ich habe nicht so viele Platten rausgebracht während meiner Karriere, aber wenn ich sie heute höre, gefallen sie mir alle noch. Man muss aufpassen, viele Dinge sind nur Trends, ein Jahr später sind sie vorbei. Wenn man den Trends folgt, ist man immer einen Schritt zu spät.

Béatrice Graf "Je n'ai jamais eu de plan de carrière"

Parfois, la batteuse Béatrice Graf, âgée de 56 ans, monte sa batterie valise avec des objets du quotidien, en plein air, par zéro degré. Elle donne maintenant un concert solo sur la scène du Kammgarn. Un entretien sur les réserves naturelles, les journées dans le parc et la peur de l'immobilisme.

Béatrice Graf, vous êtes en train de répéter ici, au Moods de Zurich, avec neuf autres percussionnistes, pour enregistrer un stream. Vous avez déjà vécu de nombreuses aventures musicales, cette configuration est-elle nouvelle pour vous ?

J'ai déjà joué dans des ensembles de plus de dix percussions, mais ce qui est nouveau pour moi ici, c'est que le volume sonore sur scène est très raisonnable. Quand on m'a demandé de faire ça, je pensais que ça allait être bruyant. Mais ce n'est pas le cas. A certains moments, c’était même moi qui avait le plus fort volume sur scène. Je pense que c'est dû à l'attitude des gens. Personne n’est dans l’égotrip, personne n’a besoin faire étalage de sa technique. Mais avec un groupe de dix personnes, il faut aussi que quelqu'un allume un peu le feu, montre le chemin, » lead » par moments sinon ça peut aussi faire du sur place.

Au festival jazz de Schaffhouse, vous vous produirez en solo. Qu'est-ce qui vous indique le chemin lorsque vous jouez seule ?

Lorsque j'improvise, j'ai toujours une structure en tête, comme une idée de composition que j'enrichis au fur et à mesure. C'est pourquoi je parle plutôt de "composition instantanée" que d'improvisation. C'est comme jouer aux lego : je prends des briques, des grooves et des petits patterns et je les assemble. Je suis toujours en train d'élargir mon répertoire de patterns. En ce moment, je travaille par exemple de manière assidue tous les paradiddles et rudiments sur la caisse claire - enfin, après quarante ans !

Pourquoi vous y mettre si tard ?

Quand j'étais plus jeune, ce genre d'exercice m’ennuyais. Je voulais juste jouer de la batterie. Aujourd'hui, je suis prête à rattraper mon retard. Il y a cinq ans, je suis retournée voir le professeur qui a été mon dernier professeur il y a trente ans. Avec lui, j'ai repris un cours. Maintenant, je m'entraîne aux rudiments de Charles Wilcoxon, l'un après l'autre, comme quand je suivais l'école de jazz. Mais ces exercices ne sont pas très amusants ni à jouer ni à écouter, c'est pourquoi j'essaie toujours d'en faire quelque chose de musical.

Tout au long de votre carrière, vous avez navigué entre d'innombrables styles et scènes. Qu'est-ce qui vous pousse à continuer ?
En dehors de la musique classique, j'ai effectivement joué presque tous les styles même une opérette. J'ai fait des musiques de théâtre et composé des musiques de films. Mon premier groupe était un orchestre de bal, c'est ainsi que j'ai gagné mon premier argent comme musicienne à 19 ans.  À 22 ans, j'ai fait ma première tournée en Angleterre avec Chin-Chin, un groupe punk composé de deux autres femmes de Bienne. J'ai toujours évolué en parallèle dans les mondes du rock et du jazz. Qu'est-ce qui me motive ? La réponse est simple : je suis d’un naturel curieux. Je ne me sens d'ailleurs pas du tout vieille (à part parfois lorsque mon corps me rappelle que je n’ai plus 20 ans)  
Dès mon adolescence, j'ai eu la chance d’entendre les meilleurs groupes de jazz du monde en live. J'ai grandi dans une ferme à Nyon et, à 14 ans déjà, j'allais au festival de jazz tout proche, où j'ai tout vu : l'Art Ensemble of Chicago, Cecil Taylor, Keith Jarrett, Irène Schweizer bien sûr, et Jack De Johnette, l'une de mes plus grandes influences dans le jazz. A Nyon, on avait aussi déjà le Paléo Festival, où je voyais beaucoup de pop et de rock. Parallèlement, j'ai fréquenté des squats et des clubs de rock à Lausanne et à Genève. J'y ai vu Killing Joke, Bérurier Noir, Nina Hagen, The Cure et beaucoup d'autres groupes de punk et de new wave.

Qu'est-ce qui vous a manqué dans le monde du jazz ?
Rien ne m'a manqué. J'ai simplement évolué simultanément dans différentes scènes. L'énergie d'un concert de rock dans une cave quand le public danse, bouge sont pour moi aussi importants qu’une belle mélodie ou suite d'accords.
Dans les concerts de hip-hop on danse le pogo maintenant. Mon fils va à ces concerts : le public saute sur de l’afro-trap comme les punks de l'époque. La culture alternative des années quatre-vingt était passionante et sauvage, il y avait énormément d'expérimentations et celà m'a beaucoup marqué. Il est intéressant de voir ce que sont devenus certains d’entre eux. La troupe de théâtre catalane La Fura dels Baus, par exemple, faisait à l'époque des performances délirantes, aujourd'hui ils mettent en scène pour l'opéra.

Comment avez-vous fait pour ne jamais être happée par un projet ou l’autre ?
Ce que je n'aime pas, c'est de m’ennuyer. Dès que j'entre trop dans une routine, j'ai peur d’y être coincée pendant les vingt prochaines années.  Il y a une quinzaine d'années, j’ai eu cette sensation avec le jazz, je me disais : shit, maintenant je vais jouer tous les six mois dans les mêmes clubs de jazz. J'aime bien jouer dans ces endroits, mais ne faire que ça, c'est trop réducteur pour moi.
Il y a vingt ans j’ai changé de local de répétition et réintégré une cave sans lumière directe. J'ai alors commencé à jouer à l'extérieur, en plein air pour combler mon besoin de lumière du jour. Avec une vieille valise en bois, des boîtes de conserve et d'autres objets, j’ai construit une batterie d’extérieur. Dehors je joue doucement pour ne pas avoir besoin d'autorisation. De cette manière, je ménage aussi mes oreilles, qui sont abîmées par les nombreux concerts. Avec les objets du quotidien qui composent mon set, je raconte de petites histoires. Une amie a dit un jour de ma musique qu’elle était comme un « folklore d'un pays imaginaire ». J'ai trouvé cela beau.

Et cette batterie de bric et de broc vous a ouvert de nouveaux mondes…
J’ai montré à des amis qui évoluent dans l'art contemporain mon travail. Ils ont été fascinés par la manière dont je faisais de la musique avec des objets du quotidien. Ils m'ont invitée à me produire dans ce milieu. Je suis allée à une biennale d'art en Arménie, j'ai ensuite joué plusieurs fois dans des musées et coréalisé des vidéos avec une artiste plasticienne. Ces contacts avec le monde de l’art contemporain m’ont appris deux choses : le plan fixe en vidéo (que je pratique depuis plus de 10 ans) et que les conditions de travail des artistes y sont encore pires que dans le secteur de la musique. Les hiérarchies sont de type médiéval.  Au sommet de la pyramide, il y a le curateur ou le directeur du musée, auprès duquel il faut « mendier ».  Cela me rappelle les conditions d’un Mozart tributaire d’un prince ou d’un roi pour avoir un espace pour composer et de quoi manger.

Votre ouverture d'esprit a-t-elle des limites ?
Je dis rarement non, je devrais peut-être apprendre à le faire. Il m'arrive d'accepter un projet et de me rendre compte qu'il n'est pas bon. Je dois alors trouver une excuse. Mais j'apprécie aussi qu'on me demande de faire des choses bizarres. D'autres refuseraient peut-être parce qu'ils ont un plan de carrière bien établi. Je n'ai jamais eu un tel plan. Je me suis parfois demandée si c’était malin de ma part de faire autant de choses différentes, si je ne devais pas me spécialiser. Mais je ne fais pas tout non plus, je ne suis pas musicienne de studio, c’est un tout autre travail. On ne me demande d’ailleurs jamais de le faire.

Vous êtes une musicienne que l'on peut difficilement imaginer sans scène. Est-ce grave pour vous qu'il n'y ait pas de concerts en ce moment ?
Beaucoup de concerts ont été annulés mais j'ai continué à travailler seule à l'extérieur. J’ai adoré le printemps 2020:  il n’y avait plus d'avions, presque plus de voitures sur l'autoroute. Je me suis beaucoup déplacée à vélo et j'ai tourné des vidéos dans des réserves naturelles qui sont créées généralement à proximité des aéroports et des autoroutes. Soudain on y entendait à nouveau coasser les grenouilles. Jouer dehors n'a jamais été aussi à la mode. Avant, j'attendais qu'il fasse au minimum dix degrés. Cet hiver, j'ai tenté le coup par zéro degré. Je me suis équipée de caleçons en mérinos pour pouvoir tenir trois heures. J'ai posté un extrait sur les réseaux sociaux et Victor Hege un jeune sousaphoniste de Bâle, m'a écrit pour me dire qu'il voulait aussi jouer avec moi dehors. Philippe Ehinger un ami clarinettiste, s'est joint à nous et nous avons joué ensemble pour la première fois dans la cour intérieure en bas de chez moi à Genève janvier 2021 en plein confinement. Dès mars, nous avons pris la patente de musiciens de rue et ainsi donné des concerts à l'extérieur en toute légalité

Ainsi, vous avez quand même votre public
Quand on joue en extérieur, il faut être prêt.e à aller à la rencontre des gens. Ils viennent me parler, il arrive aussi que quelqu'un veuille jouer avec moi. Parfois, les gens donnent de l'argent, même si je ne demande rien. C’est intéressant de voir qui a ce réflexe : parfois c’est un toxicomane, un musicien rom, une requérant d'asile qui passe sa journée dans le parc, un enfant, une personne âgée.
Les enfants sont mon meilleur public, ils adorent ma batterie bricolée. De temps en temps, je les laisse l'essayer. Plusieurs enfants du quartier ont commencé à jouer de la batterie parce qu'ils m'ont vu jouer dehors dans le parc.

Derrière vos projets se cachent parfois aussi des réflexions environnementales. Dans le cadre du "Cycloton. Tour de Suisse en Musique", vous avez parcouru la Suisse à vélo avec d'autres musiciens et musiciennes et vous avez ainsi non seulement tout transporté, mais aussi produit vous-même l'électricité pour la sonorisation.

Je ne suis pas seulement musicienne, je suis citoyenne de la planète. Je suis aussi une mère qui réfléchit au monde que nous allons laisser à nos enfants. J'ai participé aux grèves du climat dès le début. Ce thème me préoccupe depuis bien longtemps. Après la maturité (bac), j'ai d'abord étudié la géographie. Il n'y avait pas encore de conservatoire jazz de musique près de chez moi.Nous parlions déjà à l'époque des "limites de la croissance"  le rapport du Club de Rome et de la question du climat.

Que voulez-vous montrer avec des actions comme le "Cycloton" ?
La culture doit davantage participer aux discussions sur l'avenir de la société. Nous aussi, les acteurs culturels, devons changer de mentalité. Je ne pense pas seulement au climat. La pandémie actuelle ne sera pas la dernière : par le passé, il y avait au niveau mondial une grande pandémie tous les cent ans.  Depuis les années 2000, il y en a déjà eu six ! Je suis persuadée que la branche culturelle peut gagner en durabilité grâce à un engagement commun. Avec de la motivation et de la force musculaire, sans longs trajets ni moyens de transport non écologiques on peut déjà faire énormément. Moi par exemple, je peux créer un morceau avec cette table là… et si le son est trop faible pour les auditeurs, il suffit qu’ils s’approchent. L'année dernière en 2020, j'ai mis sur pied avec Grégoire Quartier le festival "Slow", qui portait sur les thèmes culture-agriculture- transition écologique. Nous avons thématisé dans des conférences filmées ces notions de durabilité. Et aucune des dates -neuf jours d’activité, concerts, ateliers prévus- n'a été annulée !

Qu'est-ce qui vous occupe en tant que musicienne ?

En ce moment, je travaille beaucoup sur le nouvel album d'Ester Poly, mon duo avec la bassiste Martina Berther. Je devrais aussi bientôt m'attaquer à mes SOLOS. J'ai enregistré pas mal de choses. Comment dire ? J’attends d’être vraiment convainque avant de sortir quelque chose des tiroirs. Mon exigence est la suivante : quand je publie un album, je dois pouvoir encore l'écouter avec plaisir dans vingt ans. Je n'ai pas sorti beaucoup de disques durant ma carrière, mais quand je les écoute aujourd'hui, je les aime encore tous. Il faut prendre garde : beaucoup de productions actuelles sont des trends et suivent les effets de mode. Un an plus tard, elles sonnent déjà dépassées. Si on suit la tendance du moment, on a toujours un train de retard.

Texte David Hunziker printemps 2021 dans JF Programmzeitung K22

 

«Utopiste dans la tête mais très concrète dans la mise en pratique de ses idéaux.»
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Prix Suisse de musique 2019

Portrait: Begegnung unter freiem Himmel

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JNM, 0419

- Transhumance Béatrice Graf (Altrisuoni)

Graf’s playing is patently imaginative, at times tastefully reserved, at others fully extroverted, drawing on an array of found percussion implements. Her eclectic cast of musical character actors renders a satisfying pastiche of soundscapes and styles that holds up well over two discs.

New-York Jazz review USA-March 2012

Transhumance(...) regorge de fulgurances inouïes. Chaque dialogue improvisé témoigne de l’engagement total et de l’intensité avec laquelle les musiciens s’écoutent. (...) Loin de n’être qu’un exercice de style, Transhumance traduit une urgence expressive (...). Un disque vital.

Tribune de Genève. 28.06.2011

Das Ergebnis sind spannende, teils meditative, aber auch sehr energetische Improvisationen“. +++

MELODIVA - CD NEWS Juli 2011 DE-Frankfurt

C’est sur des places de villages et des sommets de montagne que la percussionniste genevoise a enregistré les duos de «Transhumance». Un grand bol d’air. (...) Swing, free, rock, noise, les approches respirent la spontanéité – bruits ambiants compris – et se nourrissent de la diversité des partenaires (...). (...) Béatrice Graf, l’une des rares batteures accomplies que recèle la scène helvétique, (...) n’aime rien tant que questionner et détourner les codes et traditions de ce pays dont elle connaît chaque recoin.

29 juin 2011 Roderic Mounir , Le Courrier

Béatrice Graf - Transhumance

Das jeweilige Programm (...) ergab sich aus dem Augenblick, als Ergebnis freier Improvisation (...). Vielmehr handelt es sich bei den beiden CDs um nichts weniger als eine (...) Momentaufnahme sowohl der helvetischen Jazzscene als auch des Jazz als improvisierte Musik schlechthin: Immerhin gelang es der Initiantin (...) eine ganze Reihe tonangebender Vertreter ihrer Zunft für ihr Vorhaben zu gewinn. (...). Besonders gelungen sind die Momente, in denen die auf den Liveaufnahmen miteingefangenen Hintergrundgeräusche mit der Musik zu einem atmosphärischen Klangbild verschmelzen.

Georg Modestin FrauenMusikForum (FMF Bulletin 3/2011)

- Béatrice Graf, à l'assaut des peaux

Béatrice Graf, sur sa batterie en kit - un set qui tient en une valise -, passe à tabac des boîtes de conserve et des tambours en peau d'Afrique. Elle collecte ce qui lui passe sous la pulpe, des colis postaux qu'elle gratte sévère, des tuyaux, une table d'écolier brésilien avec piano désaccordé. (…) Une petite légende de la scène suisse. Quelqu'un qu'on voit lorsque les projets ont de la gueule. (…) Graf grignote la Sarine. Depuis toujours, elle joue avec des ensembles zurichois, enregistre pour des labels allemands et se coltine les trains européens (…)Béatrice Graf concocte des spectacles, se rapproche de l'art contemporain, elle devient de moins en moins batteure pour être femme-geste, dotée d'outils improbables. (…) Cent projets, dont le quartette de femmes Four Roses et la plate-forme Quartier Lointain, où elle affine ses contorsions. (…) Pas un jeu féminin, mais tellurique. Son rythme a des accélérations cardiaques, des mystères et des pudeurs qui trahissent un certain génie de la faille. (…) Jack DeJohnette qui lui a fait des compliments. «(…) Tu as l'esprit. (...)» Et puis Han Bennink, un frappadingue poète de Hollande (...).

Le Temps, Arnaud Robert Vendredi 7 décembre 2007

 

Als richtige Antreiberin erweist sich die Genfer Schlagzeugerin Béatrice Graf. Diese überrascht einerseits mit ihrer irrwitzigen Minidrum-Perkussions-Konstruktion und andererseits mit einem unerhört offenen, äusserst musikalischen Schlagzeugspiel.

Thurgauer Zeitung Nov 2008

 

"Béatrice Graf musician and performer delivered a series of experiments in sound developed from everyday objects, which were recovered and diverted from their original function, that captivated those in attendance and evoked great curiosity. With brilliance and sensitivity, Béatrice Graf combined the areas of sound experimentation — transforming them in scenes which subtly work on the relationship between sound and image — with periods of more standard music, but always surprizing us with the means of creating sounds (pans, seashells, cardboard boxes, apples, etc.). Bref was a success that delighted the public."

Gyumri-Armenia 2008

 

« Coup de cœur : Voyage aux anges

Deux artistes fraîches et audacieuses. Leurs mélodies teintées de jazz, blues et d’électro nous emmènent dans des hautes sphères, un voyage aux anges que la chanteuse et la batteuse effectuent à travers des styles et des rythmes divers. Mais cette frivolité musicale n’empêche pas les deux femmes d’aborder dans leurs textes des thématiques actuelles (...) qu’elles nous livrent avec une étonnante sensualité. C’est un univers unique que ce duo à réussi à créer (...). »

20 Minutes, 6 juin 2008


« Voyage aux Anges » Critique

Leur humour rebondit, leurs rythmes décollent, l’émotion jaillit. (...) Voyage aux Anges est un petit miracle qui s’évanouit trop vite. Batterie-valise, chaise, brosse, casserole ou ballon, vêtues de blanc, les deux belles recomposent le monde avec tout ce qui leur passe entre les mains.

Tribune de Genève 13 juin 2008


…2 Ailes, duo jazz/world expérimental(...), et Quartier Lointain, trio de «fusion progressive» (...) viennent de publier leurs CD . On y retrouve la frappe experte et plurielle, tantôt aérienne, tantôt robuste, de la batteure Béatrice Graf. Elle s’est illustré dans un registre musclé avec des groupes comme Scumbag et Easy, tout en travaillant le jazz et la composition. Elle a intégré le sextet réputé de Peter Schärli et Glenn Ferris, formé les Four Roses (...) – deux ensembles qui se produisent sur tous les continents. Elle a créé le réseau «Intercity» qui développe l’improvisation interrégionale, animé des workshops en quatre langues à Francfort, La Paz et Pretoria, s’est mise au washboard (la planche à laver des musiciens cajuns), à l’électronique, au chant, et a récemment bricolé une batterie-valise de bric et de broc. (...) Musicienne accomplie au caractère bien trempé, curieuse et ouverte d’esprit…

Le Courrier 17-18.01.07

 

Auch in der Deutschschweizkennt man die Schlagzeugerin Béatrice Graf seit längerem von Gruppen wie "Four Roses" und "Peter Schärli Special Sextet". Sie (...) ist eine regelrechte Vermittlerin zwischen Romandie und Deutschschweiz (...). Die flexible, initiative Beatrice Graf ist gefragt, weil sie musikalische Probleme direkt, expressiv und wirksam löst.

Radio Magazin-DRS 2. Mai 2007

 

Quartier lointain mixe jazz, rap et rock

Intitulé «Right next door», ce CD original mélange en effet jazz, rock progressif et flow vocal d’inspiration rap, ainsi que quelques titres purement instrumentaux (...). Ce mélange aux tonalités résolument urbaines se retrouve aussi dans le mixage entre sons numériques et divers instruments tels que piano, batterie et guitare. A noter aussi que tous ces titres ont été improvisés, avec une parfaite maîtrise, (...). Les trois musiciens du groupe, Michel Wintsch, Cyril Moulas et Béatrice Graf, actifs dans de nombreuses autres formations, signent ainsi une véritable réussite. UTR4177

Swissdisc.ch, 02.03.2007

 

Beat & Lip di Beatrice Graf e Philippe Ehinger (Altrisuoni) (...) i due riescono a moltiplicare in modo davvero convincente (...) e il panorama sonoro (...) è ricco di suoni, timbri, magie colorate che fanno pensare ad una dimensione orchestrale. Il contesto è sfuggente, il linguaggio è quello del jazz, ma la musica che la Graf e Ehinger ci propongono non è etichettabile. (...) Quello che fa da comune denominatore è un senso del ritmo sempre ben pronunciato, bello carico di sensazioni intense e pronunciate, accattivante per l’indomito entusiasmo. Un canovaccio su cui è piacevole improvvisare, cosa che i due fanno senza porsi limiti.

All about jazz, Italia- 2004

 

Es ist wirklich verblüffend,was das Schweizer Jazz-Label Altrisuoni immer wieder für Entdeckungen im eigenen Land macht. Das Duo Beat and Lip wäre mal wieder eines dieser musikalischen Fundstücke, die einen aufhorchen und staunen lassen.

Sehr virtuos, unheimlich kreativ, teilweise witzig präsentieren sich Beat and Lip alias Graf & Ehinger. Eine Entdeckung, die so richtig Freude macht!

Peggy Thiele

 

„Zone Franche”. Jeder seiner Mitstreiter ist ein gleichermassen eloquenter Könner auf seinen Instrument, allen voran Schlagzeugerin Béatrice Graf, die rhytmische Seele der Gruppe….So war es sie, die im Klangmeer den Halt gab.

DE-Südkurier, 02.11.2004

 

Die pfiffige Genferin Béatrice Graf (Schlagzeug, Keyboards) kann frei improvisieren, verschmäht aber auch die einfache Melodie nicht und befasst sich mit Drum’n’Bass. … Unbekümmerte Soundbasteleien wechseln sich ab mit musikalischen Geschichten, die von schier folkloristischen Grooves und Samples zusammen gehalten werden.

Radio Magazin. DRS 2 Dec. 2003

 

Von Grafenberg : One drummer, three saxophones, infinite creativity. (…) One of Geneva’s most exciting free-jazz ensembles, they are not to be missed.

GEM ( Geneva’s English-speaking Magazine) june 2003.

 

Wenn die Höhenflüge von Wintsch und Vonlanthen die Stratosphere erreichen, übernimmt Béatrice Graf, die magistrale Schlagzeugerin, das Kommando und bringt uns alle sicher auf die Erde zurück. Sie bestimmt den groove, hält den Puls, bringt unaufdringlich Ordnung ins drohende Kreativkaos.

Der Landbote. 20.01.03

 

(…) dotato di una verve eccezionale. Anima del gruppo, e valida compositrice, è la batterista Béatrice Graf, dotata di uno spiccato senso ritmico nonché di delicate sonorità.

La Provincia, 30/ 04/ 02 Italia

 

Béatrice Graf tiene mucha sensibilidad en la baterìa, con fuertes « beats » con acentos duros, que le dan mucha tensiòn y suspenso a la presentaciòn. Las cuatro tocan de una manera refrescante, mostrando la felicidad que hay en la mùsica.

Teatro Libre. Bogota, Columbia- 2004

 

The hearty-voiced Florence Chitacumbi scats authoritatively, pianist Florence Melnotte solos (…) with forceful lucidity, and drummer Beatrice Graf unleashes a tidal wave of controlled percussion (…)“ Amour pourquoi tu meurs” and “The Taste Of Your Lips” shows the band’s facility with moody, introspective shades of blue, while the title track combines mystery and eroticism in a tantalizing brew. Four Roses hits on all counts with this superb disc.

Cadence Magazine January 2002, USA.

 

It is not without reason that my collegues Peter Rüedi and Abi Schmidt-Rosenthal have called Peter Schärli „the Robert Walser of jazz“. He has found kindred spirits for those complex compositions between bop and blues (…). The tight rhythm section features brilliant pianist Hans Feigenwinter, who joins Schärli and Varner for composing credits, long standing Schärli-associate Thomas Dürst on bass and the very sensitive and precise drummer Beatrice Graf.

Charles P. Schum

 

Four Roses sind eine Trouvaille (...) der melodische, subtile Jazz dieser Ausnahmeformation.(...)Die Frauen sind zu einer unzertrennlichen musikalischen Einheit zusammengeschmolzen. (...) Die Musik, Kompositionen aus den Federn von Melnotte und Graf vermag zum Träumen anregen. Der Reiz liegt in der gekonnten Verbindung der Musik mit den poetischen Texten (...).Die Band überzeugt mit einem ausgeprägten Interplay. (...) Mit ihrem kraftvollen und differenzierten Spiel sorgt Béatrice Graffür ein kontinuierliches Pulsieren der Musik und setzt daneben gerne klangmalerische Akzente. Bekannt geworden ist sie auch als Drummerin des Peter Schärli Special Sextet mit Glenn Ferris und Tom Varner.

16. Februar 2002, Silvano Gerosa, Basel

 

Kritik Four Roses: Wie blühende Rosen

(...) ein äusserst farbiges, facettenreiches Konzert (...) Wunderbar, wie Drummerin Béatrice Graf die Ideen der Pianistin aufnahm, Konterparts lieferte, wild auf dem Rand der Toms wirbelte und geheimnisvolle Geräusche auf dem leicht malträtierten Becken lieferte.(...) Wundervoll, wie rhythmisch differenziert Florence Melnotte phrasiert, mit souljazzigem Habitus für Groove sorgt. Das Interplay mit Graf, welche auch mal freejazzig agieren kann, besticht – da entsteht echt etwas aus dem Moment heraus.

24.02. 2002, S. Gerosa, Basel

 

Four Roses is a band of four very talented misses from Europe who sing and play their way through a program comprised mostly of original songs. It’s a convincing group that intertwines voice and instruments flawlessly while regularly shifting into high gear.

Cadence (USA) Nov. 2000

 

By Any Other Name, Sound So Sweet

Sensuous and swinging, Four Roses first performed in July 1992 at the Montreux Jazz Festival in Switzerland. Since then the group has played in Switzerland, Germany, France, Morocco and Senegal. Their poppy, inviting mostly original jazz incorporates a sweet seasoning of world music.

The New Haven Advocate – march 1999

Arnaud Robert, Le Temps, vendredi 7 décembre 2007. Portrait. La batteure genevoise débarque en concert et en disques. Sur un instrument de garçon.
Batteure, plutôt que batteuse, militante, Béatrice Graf est une figure de la scène jazz-rock genevoise. Son invitée, la réalisatrice indépendante Alessandra Müller, lui consacre un long métrage documentaire.
Beatrice Graf's pressbook
Roderic Mounir, Le Courrier,Culture MUSIQUE, samedi 17 Mars 2007 Qu'elle milite pour la culture ou manie les baguettes dans les groupes 2 Ailes, Four Roses et Quartier Lointain, la Genevoise est déterminée.
Une sélection du Press-Book de Béatrice Graf

Le Courrier du 29.06.2011 | Béatrice Graf recharge ses batteries

La Tribune du 28.06.2011 | Béatrice Graf met sa batterie nomade au vert

20 minutes du 28 janvier 2008 | Béatrice Graf, locomotive suisse de l'improvisation

Tribune de Genève du Jeudi 23 février 2006 | Béatrice Graf, batteuse de la démesure

L'illustré du 22 février 2006 | Béatrice Graf: j'essaie de faire le plus avec le moins